
Ausstellungseröffnungen und Gespräche
Als Beitrag zum Jahresthema ENERGIE öffnen wir um 11 Uhr die Ausstellung „Die Energie des Körpers. Eine Spurensuche im historischen Landleben des Oderbruchs“. Während heute über den Energiebedarf der Gesellschaft in Form von Elektroenergie debattiert wird, stand noch vor 100 Jahren die physische Kraft von Mensch und Tier im Zentrum des wirtschaftlichen Lebens auf dem Land. Mit dieser vergangenen Bedeutung beschäftigt sich unsere Ausstellung, die von Kenneth Anders, Antje Scholz und Doro Rüdrich gestaltet wurde. Grundlage bildeten autobiografische Erinnerungen aus dem lokalen Umkreis Altranfts, so etwa von Siegried Siewert, der auf einem Loosegehöft zwischen Zuckerfabrik und Croustillier lebte, Werner Großkopf, der seine Altglietzener Erinnerungen festhielt, Veit Templin, der lange als Handwerksmeister von Neulietzegöricke aus im Oderbruch wirkte, Erwin Schuch, der seine Jugend in Neutrebbin verbrachte und Christof Nickel, Ortschronist in Altranft.Direkt im Anschluss an die Ausstellungseröffnung laden wir zu einem Salongespräch. Welche Bedeutung hat die körperliche Arbeit in unserer heutigen Gesellschaft? Wie ist das Verhältnis zur maschinellen und zur tierischen Arbeit? Inwiefern suchen Menschen einen Ausgleich in der körperlichen Arbeit? Empfinden sie diese Eher als Mühsal und Last oder als Befriedigung? Und welche Zukunft sehen sie für die Energie des Körpers in der modernen Gesellschaft? Dies sind Fragen, über die wir im gelben Salon mit unseren Gästen ins Gespräch kommen möchten.

Um 15 Uhr laden wir in den Bildersalon zu einer weiteren Ausstellungseröffnung. Unter dem Titel „ODERBRUCH Erinnern“ werden Fotografien von Christine Radack aus den 1980er Jahren gezeigt. In dieser Zeit erwarb sie gemeinsam mit ihrem Mann ein altes kleines Lehmhaus nahe der Oder und begann das Oderbruch zu erkunden. Die Bilder erzählen von dieser Zeit. Seit 2010 lebt und arbeitet Christina Radack in Prerow, ihrem Geburtsort. „Die Fotografin Christine Radack ist eine Optimistin“, schrieb die Journalistin Sabine Neubert 2005, „ein Gegenwartsmensch mit Sinn für schöne alte und immer wieder neue Dinge.“

Von 12-16 Uhr sind Jung und Alt zu einem offenen Werkstattangebot eingeladen: Der Hufschmied Silvio Rademann lädt ein in das Schmiedegehöft in der Schneiderstraße 18. Wer selbst einmal den Hammer über glühendem Eisen schwingen möchte, kann das an diesem Tag tun.